Soll SuccessFactors im Rahmen eines Implementierungsprojektes eingeführt werden, stellt sich immer die Frage nach dem Implementierungsansatz. Der Kunde kann – abhängig vom einzuführenden Modul – hier wählen zwischen der Implementierung
- auf Basis einer komplett neu ausgelieferten und mehr oder minder „leeren“ Instanz
- auf Basis einer vorkonfiguriereten so genannten „Best Practice“-Instanz (früher wurde hier der Begriff „Rapid Deployment Solution“ verwendet) oder
- auf Basis der ebenfalls vorkonfigurierten, aber nicht kostenfreien, „Model Company“ (diese soll insbesondere mittelständische Kunden zu einer beschleunigten Implementierung verhelfen)
Die Implementierung auf Basis einer Instanz mit „Best Practice“-Content ist u. E. sinnvoll, da
- bereits im ersten Workshop eines voll funktionsfähiges System mit vordefinierten Prozessen zur Verfügung steht und auf dieser Basis das Kennenlernen der Anwendung und die Formulierung von Änderungsanforderungen erheblich erleichtert wird (das Ausfüllen der so genannten Workbooks wird damit zwar nicht obsolet, aber deutlich vereinfacht und der Kunde kann gut nachvollziehen, welche Entscheidungen er trifft)
- die Aufwände für die Erstkonfiguration einer Instanz entfallen größtenteils, was Kosten spart und die Einführung beschleunigt
- der Kunde die von SAP SuccessFactors vorgedachten und aus der jahrelangen Erfahrung definierten Best-Practice-Prozesse sehr schnell adaptieren kann.
Unsere Erfahrungen mit der Nutzung von Best Practice-Content ist durchweg positiv und wir empfehlen allen Kunden im Rahmen einer Implementierung ihren Beratungspartner auf diese Möglichkeit hin zu befragen.
Wir wollen nachstehend ein wenig näher die Bereitstellung von Best-Practice-Instanzen betrachten, denn leider ist diese heterogen, d. h. es gibt verschiedene Vorgehensweisen je nach zu implementierendem Modul und nach aktuellem Status des Kunden (Neukunde oder Bestandskunde bei SAP SuccessFactors).
Folgende Szenarien sind denkbar:
- Instanz wird vorkonfiguriert ausgeliefert (Preconfigured Instance): Hier wird im Rahmen der Vertriebsprozesses bereits die Entscheidung getroffen, dass der Kunde auf Basis von Best Practice-Content starten möchte und die Instanz wird von SAP SuccessFactors so ausgeliefert.
- Instanz-Refresh: Bei einem Instanz-Refresh wird eine bestehende Instanz vollständig gelöscht. Im Anschluss wird dem Kunden eine neue Instanz mit Best Practice Inhalten zur Verfügung gestellt.
- Load and Activate Content: Dieses Szenario ist hauptsächlich für bestehende Kunden geeignet, welche bereits eine Instanz besitzen, ein Modul produktiv haben (oder im Rahmen der Implementierung eines anderen Moduls schon weit fortgeschritten sind) und für die ein Instanz-Refresh nicht infrage kommt. Die Best-Practice-Inhalte können mit dieser Methode selektiv in der Instanz abgerufen/hochgeladen werden.
- Upgrade Center: Hierbei wird der Best Practice Content in einer bestehenden Instanz über das Upgrade Center abgerufen. Die jeweiligen Upgrades werden nach der Freigabe durch die SAP unter der Rubrik „Recommended Upgrades“ direkt im Upgrade Center angezeigt und können dann per Click aktiviert werden.
Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht über die verschiedenen Bereitstellungsmethoden:
| Modul | Bereitstellung Bestandskunde | Bereitstellung Neukunde (ohne bereits aktives Modul, d. h. Löschen der Instanz möglich) | Hinweis | Link zum BestPractice Explorer |
| SF Compensation | Load and Activate Content | Vorkonfigurierte Instanz oder Instanz-Refresh | Hinweis SF Compensation | BestPractice SF Compensation |
| SF Employee Central | SAP SuccessFactors Upgrade Center | SAP SuccessFactors Upgrade Center | Hinweis SF Employee Central | BestPractice SF Employee Central |
| SF Succession and Development | Load and Activate Content | Vorkonfigurierte Instanz Instanz-Refresh | Hinweis SF Succession and Development | BestPractice SF Succession and Development |
| SF Recruiting | SAP SuccessFactors Upgrade Center und Load & Activate | SAP SuccessFactors Upgrade Center und Load & Activate | Hinweis SF Recruiting | BestPractice SF Recruiting |
| SF Performance and Goals | Load and Activate Content (Ab April 2019 via Upgrade Center) | Vorkonfigurierte Instanz oder Instanz-Refresh (Ab April 2019 via Upgrade Center) | Hinweis SF Performance and Goals | BestPractice SF Performance and Goals |
| SF LMS | entfällt, LMS ist aktuell immer eine eigene Instanz | Vorkonfigurierte Instanz | Hinweis SF Learning Management System | BestPractice SF Learning Management System |
Anmerkung zum Modul SF Recruiting: Die meisten Best Practice Inhalte sind je nach Bedarf des Kunden einzeln über das Upgrade Center in der Instanz abrufbar. Dennoch gibt es noch Inhalte, welche mit dem Release 1811 noch immer manuell via Load & Activate implementiert werden müssen. Dazu gehören die Best Practices für das People Profile sowie die Best Practice Integration zwischen Recruiting Marketing und Recruiting Management. Dies könnte sich allerdings mit nachfolgenden Releases bald ändern, sodass alle Inhalte über das Upgrade Center abrufbar sind.
Haben Sie Fragen zum Thema? Benötigen Sie Hilfe z. B. bei der Erstellung einer Roadmap zur digitalen Transformation im HR? Fragen Sie uns!



