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Änderung des täglichen Arbeitszeitmaximums in der Zeitwitschaft

In den meisten Unternehmen gibt es Regelungen, welche die tägliche Arbeitszeit auf ein gesundes Maß begrenzen. Die Zeitauswertung in SAP HR-PT sieht dieses bereits im Standardschema TM00 vor. Die meisten Anwender kennen die Konstante TGMAX in der Tabelle T511K, welche sowohl für die Mehrarbeitsgenerierung in den Rechenregeln „TOnn“ im Standardschema als auch in der Tabelle T559P „Limits für Zeitsalden“ durch die Funktion LIMIT genutzt wird. Das ist jedoch nicht die ganze Wahrheit und auch nicht immer ausreichend, wenn man die maximale Arbeitszeit dynamisch anpassen will.

TGMAX ist in der Tabelle T511K für die meisten Länderversionen in der Standardauslieferung enthalten (mit einigen Ausnahmen, wie z. B. Irland). Diese kann in Rechenregeln und Tabellen einfach durch eine kundeneigene Konstante ersetzt werden (häufig ZGMAX benannt). Eine Empfehlung ist es, die Konstante durch eine Zeitart und nicht durch eine Konstante zu ersetzen. Dieses bietet wesentlich mehr Flexibilität und erlaubt auf verschiedene T511K-Konstanten (z.B. je nach Personalbereich) zuzugreifen, um damit das Limit in weiteren Rechenregeln zu beeinflussen.

Das Ändern der Tabelle T559P und der Rechenregeln beeinflusst jedoch nicht, das Verhalten der Funktion DEFTP, da dieses durch die SAP hart verdrahtet wurde,

  • um die maximale tägliche Arbeitszeit aus dem Tagesarbeitszeitplan zu nutzen (T550A-SOMAX)
    T550A-somax
  • oder, wenn dieses Feld leer ist, den Wert TGMAX aus der Tabelle T551K heran zu ziehen.

Sie können zwar die Konstante (trotz SAP-Namensraum) ändern, aber um komplexere Regelungen zur Beeinflussung der maximalen täglichen Arbeitszeit mittels DEFTP umzusetzen, bedarf es einer Änderung im Coding. Wir haben dieses in einigen Projekten umgesetzt, um eine effiziente und flexible Nutzung der Kappung (oder auch Abschalten der Kappung) unter Verwendung einer impliziten Erweiterung zu ermöglichen. Da die Umsetzung jeweils auf die Kundenspezifika abgestimmt ist, liefern wir an dieser Stelle kein Coding. Ohne genau zu verstehen, was diese Erweiterung tut und welche Auswirkungen eine Anpassung hat, wäre eine Verwendung potentiell gefährlich. Möchten Sie jedoch diesen Weg nutzen, ist die geeignete Stelle für Ihre Erweiterung im Include-Programm RPTMAS02_GET_TGMAX am Ende der Form GET_TGMAX.

Bitte bedenken Sie: je nachdem, wie Sie die tägliche Obergrenze verwenden und wie Sie mit Anwesenheitskontingenten arbeiten, ist es überhaupt nicht erforderlich an dieser Stelle einzugreifen und Sie können stattdessen alles später im Schema abbilden. Manchmal benötigt man jedoch DEFTP mit einer anderen max. Arbeitszeit, um z. B. alle Überstunden bis zu dieser Grenze automatisch zu genehmigen. In diesen Fällen ist diese Art der Lösung sehr praktisch.

Noch eine nicht-technische Anmerkung:

Ich habe eine große Anzahl von Unternehmen kennengelernt, welche viel Zeit und Mühe in ihr SAP-HR oder andere Zeiterfassungssysteme investieren, um die maximale Tagesarbeitszeitgrenze und andere Zeitwirtschaftsanforderungen abzubilden. Manchmal hat man den Eindruck, die HR-Abteilung ist so darauf fokussiert das System zu perfektionieren, dass sie die reale Welt aus den Augen verliert. Es fängt damit an: Ein Mitarbeiter arbeitet 14h ohne Pause – weder  führt die Kappung nach 10h zur Einhaltung der gesetzlichen Arbeitszeitregelungen, noch sind die 4 zusätzlichen Stunden weniger ein Gesundheits- und Sicherheitsrisiko, nur weil sie unbezahlt sind. Das System kann Ihnen Daten liefern, um das Verhalten zu überwachen und den Prozess zu unterstützen. Aber wenn Sie sich fragen, wer die Arbeitszeiten der Mitarbeiter (in vielen Fällen die teuerste Ressource im Unternehmen) managen sollte, versteckt sich der Hinweis darauf schon im Namen: Es ist der Linienmanager, welcher im Mittelpunkt der Lösung steht, unterstützt durch ein transparentes System und angeleitet von der Personalabteilung.

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